Danilo Nicodemus

Let Pictures Speak Photography

Posts tagged ‘available light’

FDJ Hochschule am Bogensee

Etwa 15km nördlich der der Stadtgrenze Berlins hat die größte Jugendorganisation der DDR in den 1950ern ihre Hochschule errichtet. Unweit vom Landsitz Joseph Goebbels entstanden monumentale Sääle, geprägt von stalinistischer Architektur der Nachkriegszeit.

Nahezu überwältigt ist man von den riesigen Eingangshallen und Stufen in die oberen Etagen. Scheinbar unendlich lange Gänge führen in die Seitenflügel der Gebäude. Dabei mischen sich pastellfarbene Wände mit fliederfarbener Wadgestaltung und messingfarbenen Wandläuchten. Alles im Retro-look der 60er Jahre.

Der Plenarsaal mit seinem großen Kronleuchter ist ebenso imposant wie die Sitzungssääle, die große Terrasse mit Blick auf das Gebäudeensemble und die angrenzenden Parks.

All das lässt den Glanz der vergangenen Zeiten erahnen. Auch wenn man sich nicht in die Zeit zurückversetzt wünscht spielt auch hier die Neugier mit, wie die FDJ Hochschule zu erleben war, als sie ihrer ursprünglischen Funktion diente.

Das zentrale Pionierlager

Zentrale Pionierlager waren Ferienlager der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Auf dem gesamten Gebiet der DDR gab es insgesamt 45 dieser Pionierlager.

Die Teilnahme an Ferienlagern war Thälmannpionieren und FDJlern gestattet. Die Inhalte der Ferienlager wurden von Zentralrat der FDJ festgelegt. Alles im Sinne der sozialistischen Erziehung.

Nach der Schließung, auch des Nachfolgeferienlagers, vegetiert das Areal nun vor sich hin. Bisher weitgehend verschont von menschlicher Zerstörung ist der Natur preisgegeben, zurück erobert zu werden.

Das Areal ist an sich nichts besonderes, auch noch nicht übermäßig verfallen. Allerding wecken die Bilder vielleicht ein paar Kindheitserinnerungen bei ehemaligen Jungpionieren die z. B. im Rahmen einer Klassenfahrt ein solches Ferienlager selber mal besucht haben.

NSA Field Station

Seit Edward Snowden ist der US Geheimdienst NSA in aller Munde. Als größter Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten ist die Nationale Sicherheitsbehörde verantwortlich für die weltweite Überwachung sowie Entschlüsselung und Auswertung elektronischer Kommunikation.Wer jedoch denkt, die Überwachung ist ein Phänomen der Neuzeit und erst mit Smartphones und Internet entstanden, hat sich schwer getäuscht.

Schon während des kalten Krieges hat die NSA auf deutschem Gebiet Anlagen errichtet, die dem Zweck der Abhörung und Überwachung dienten.

Die US-Armee erkannte schon sehr früh, dass sich das hoch gelegene Areal im Westen Berlins hervorragend für eine Abhöranlage anbieten würde. Die anfangs mobile Installation wurde bald durch feste Gebäude abgelöst. Im Zuge dessen wurden fünf Antennenkuppeln errichtet. Mit Überwachungsaufgaben ausgestattet konnte die Anlage zu Zeiten des Kalten Kriegs bis weit in das Gebiet des Warschauer Paktes Abhörfunktonen übernehmen. Die Anlage wurde hauptsächlich von der National Security Agency (NSA) betrieben und diente als Teil des weltweiten Spionagenetzes Echelon. Ab 1957 wurde die Anlage zusätzlich von zahlreichen US-amerikanischen und britischen Aufklärungs- und Sicherheitsdiensten genutzt.

Nach der Wiedervereinigung wurden die elektronischen Einrichtungen der Anlage entfernt. Mit der Beedigung des kalten Krieges waren die Überwachungsanlagen nutzlos geworden. Im Jahr 1991 zogen Amerikaner und Briten vom Gelände ab. Die Gebäude wurden hinterlassen. Teilweise wurden Erneuerungen durchgeführt und neue Radaranlagen installiert.

Das Erlebnisbad

Schon von Weitem kann man sie erkennen, die 90 Meter lange Wasserrutsche des Erlebnisbades. Gleich dahinter erkennt man die große, runde Kuppel die das Zentrum des Bades überdeckt. Lichtdurchflutet, mondän, modern. Unter dieser Lichtkuppel bietet das Spaßbad mehrere Becken für kleine und große Badefans.

Die folienbezogene Kuppel bietet die Helligkeit und Wärme der Sonne im Innenbereich und verhindert ein Auskühlen bei Wind und Wetter. Perfekte klimatische Bedingungen für die üppigen Palmen, die am Rande der Becken wuchern.

Neben der Wasserrutsche befindet sich eine Wildwasserrutsche, ein großes Spaßbecken und ein Wildwasserkanal. Wasserfontänen, Sprudelduschen und Stehwirlpools.

Größtmögliche Entspannung bieten Unterwasser- und Whirlliegen. Die Kleinen plantschen inzwischen im Kinderbecken mit Schiffchenkanal, Spielschiff und Kleinrutsche.

Kinder und Eltern können ganzjährig das auf 29 Grad beheizte Außenschwimmbecken nutzen. Im Sommer kann man sich auf der Liegewiese entspannen oder Ball spielen,

Highlight des Erlebnisbades sind die Saunalandschaft mit 2 finnischen Saunen, einem Dampfbad sowie einer Blockhaussauna im Gartenbereich. Das Obergeschoss bietet eine Auswahl an Solarien und einen tollen Blick über die Badelandschaft.

Das Bunte treiben kann man sich in der arg in Mitleidenschaft gezogenen Schwimmoase nicht mehr so richtig vorstellen. Unheimlich ist das Peitschen des Windes in den gerissenen Planen der Lichtkuppel. Der Kellerbereich ist voller Wasser, Schimmelgeruch steigt auf. Statt Badegästen toben sich Randalierer und Metalldiebe aus. Ensprechend schlecht ist der Gesamtzustand des Areals. Traurig eigentlich.

Airport Leipzig-Mockau (ETLM)

Der Flughafen Leipzig-Mockau (ehemaliger ICAO-Code ETLM) wurde 1913 in Betrieb genommen und war damit der erste zivile Flughafen der Stadt Leipzig. Im Jahr 1991 wurde der Flughafen für Starts und Landungen gesperrt. Seit der Stillegung ist das Gelände dem Verfall preisgegeben.

Während der Weltkriege wurde das Flughafengelände für die Rüstungsindustrie verwendet. Neben der Nutzung als Werksflugplatz diente Flughafen hauptsächlich zivilen Zwecken.

Momentan (Dezember 2013) wird das Gebäude entkernt. Im Jahr 2014 soll dann der Bau für ein Hotel nahe des Messegeländes beginnen.

Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Flughafen_Leipzig-Mockau