Danilo Nicodemus

Let Pictures Speak Photography

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Christmas in Coburg

Zwischen dem historischen Rathaus und  der alten herzoglichen Kanzlei befindet sich der Coburger Marktplatz. Jedes Jahr im Dezember entsteht hier eine kleine Budenstadt, die neben Glühwein, gebrannten Mandeln und Coburger Bratwürsten auch allerlei Handwerk anbietet.

Der Bürgermeister persönlich hat den Rathausbalkon für ein paar Fotos aufgeschlossen. Viel Spaß beim Ansehen der Bilder.

Knappschaftsheilstätte S.

Die Knappschafts-Heilstätte wurde 1886 bis 1989 im Harz erbaut. Neben der ursprünglichen Verwandung als Lungenheilstätte für Bergleute diente die Einrichtung während der Weltkriege als Lazarett. Mitte der Neunziger Jahre wurde das Gebäude aufgegeben.

Die damalige Verwendung der Räumlichkeiten kann man heute kaum noch erahnen. Vandalismus, Zerstörung und etwas natürlicher Verfall haben ihr Übriges getan. Das äußere Gesamtbild des Areals war aus der Entfernung recht vielversprechend. Eine langgezogene Anfahrt durch den Wald. Auf dem Berg, recht abgelegen, das riesige Anwesen des Sanatoriums.

“I guess humans like to watch a little destruction. Sand castles, houses of cards, that’s where they begin. Their great skills is their capacity to escalate.”

― Markus Zusak, The Book Thief

Schon bei der Einfahrt waren Spuren von Vandalismus und Zerstörung zu sehen. Der Gesamtzustand war so schlecht, dass fast in allen Gebäudeteilen Einsturzgefahr herrscht. Der Beton an den Decken ist teilweise durchgebogen und an einigen Stellen gerissen. Die Treppen sind soweit zerstört, dass man ohne größeren Aufwand nicht mehr in die anderne Geschosse kommt.

Es ist sehr traurig und zugleich enttäuschend gewesen, dass die menschliche Zerstörungswut nicht mehr viel von dieser historischen Stätte übrig gelassen hat.

Grand Hotel Casino Royal *****

Vollendet vom Null-Sterne Alltag

18.03 Uhr – Eine schwarze Limousine fährt vor, stoppt vor dem prunkvollen Eingangsbereich. Im Smoking und Abendkleid steigen die Insassen aus. Elegant und anmutig. Dem Ambiente des Grand Casino Hotel Royal angemessen. Der Portier hält dem Paar den Regenschirm und begleitet sie zum Empfang. Übertrieben freundlich gestaltet sich der Empfang durch den Chef der Rezeption. Er ist seit 6,5 Stunden im Dienst, Krawatte adrett gerichtet, Laune glänzend, Gesicht rosig, als wäre er soeben dem hoteleigenen Wellnessbereich entsprungen.

Die Gäste bekommen ihren Zimmerschlüssel. Empfohlen wird das Hotelrestaurant, täglich ab 18 Uhr geöffnet. In der Zwischenzeit hat der Portier bereits das Gepäck auf die makellos hergerichtete Suite gebracht. Am großen Natursteinspringbrunnen in der Empfangshalle geht es entlang zum Lift in die oberen Etagen. Alles erscheint mühelos, leicht und professionell. Warteschlagen, Lärm, Fehler haben hier nichts zu suchen.

Im Leitbild für die Mitarbeiter steht in großen Lettern:

Der Kunde ist die wichtigste Person im Haus. Der Kunde hängt nicht von uns ab, sondern wir hängen vom Kunden ab. Der Kunde stört nie, er unterbricht unsere Arbeit nicht, er ist vielmehr das Ziel unserer Arbeit.

Ca. 30 Minuten später begibt man sich ins hauseigene Casino. Hohe Decken in roter Samt-Optik, Spieltische, Roulette, Black Jack, Jetons. Die Gäste tauschen ein paar Hundert Deutsche Mark in Plasikchips. Alles oder Nichts heißt das Motto am heutigen Abend.

In der Zwischenzeit macht sich der groß gewachsene Hoteldirektor in Chefarztmanier auf Hotelrundgang. Mehrmals täglich prüft der Direktor penibel die Abläufe im Hause, achtet auf Kleinigkeiten. In den frisch hergerichteten Zimmern schaut er unters Bett, wischt mit dem Finger über den Türrahmen. Im Bad nimmt er auf dem Toilettensitz Platz. Er lugt unter das Waschbecken, zieht einen Abflussstöpsel heraus, schaut auf die Abflussrohre – alles sauber.

Das Hotel brummt wie eine Kleinstadt. Alle Zimmer ausgebucht. Ebenso belebt ist das Casino. Man bekommt kaum einen Platz am Roulettetisch. Ohne Reservierung geht im Restaurant nichts.

Das elegant gekleidete Paar aus der Limousine macht die ersten Einsätze. Nippt am Champagner, 12 DM das Glas. Rien ne va plus.

Das sind die Gedanken, die sich vor meinem Auge abgespielt haben, als ich in der düsteren, verwüsteten, muffigen und stark herunter gekommenen Empfangshalle stehe und ins ehemalige Casino schaue. Das Panzerglas der Wechselhäuschen ist zerborsten, die halbe Spielhalle ist eingestürzt, wird nur noch von einem Balken vor dem totalen Einsturz bewahrt.

Der Panzerschrank des Casinos steht offen, der Raum ebenfalls stark vom Einsturz bedroht. Die Hotelzimmer sind auch nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Böden sind aufgeweicht, morsch und die Wände schimmelig. Die langen, breiten Gänge lassen noch die ehemalige Anmut des Hotels vermuten.

Arbeiten wird hier niemand mehr. Auch eine Renovierung erscheint aufgrund des desolaten Gesamtzustandes unmöglich. Nachdenklich verlassen wir das Gebäude.

Der Null-Sterne-Alltag hat Einzug erhalten.

Im Mai 2014 ist das ehemalige Hotel Harzberger Hof opfer eines Brandes geworden. Über 350 Rettungskräfte versuchten das Feuer zu bändigen. Wie es nun mit dem Bad Harzburger Hotel weitergeht ist offen. Ein Komplettabriss würde die Geschichte des Hotelkomplexes unrühmlich beenden.

Sophienheilstätte

Die Sophienheilstätte bot lange Zeit Hoffnung für Schwerkranke. Heute ist sie selbst ein scheinbar hoffnungsloser Fall.

Die Sophienheilstätten wurde 1898 als Klinik für Schwindsüchtige und Tuberkulosekranke errichtet. In Hängematten und Holzhütten, einst Waldschlafstätten genannt, lagen Lungenkrake an der frischen Luft des Thüringer Waldes. Aus Mangel an medikamentösen Behandlungsformen griff man auf die scheinbar einfache Frischluftliegekur zurück.

Im Jahr 1930 erfuhr die Sophienheilstätte eine Modernisierung druch Chefarzt Adolf Tegtmeier. 1945 war die Umwandlung in ein sowjetisches Seuchenlazarett vorgesehen, was Tegtmeier erfolgreich abwenden konnte. Seit 1994 ist das architektonisch wertvolle und einst hochwertig ausgestattete Gebäude dem Verfall preisgegeben. Aufwendig gestaltete Balkons und Verglasung bin Bleiglasfenstern verzierten einst die Heilstätte.

Doch was ist aus der einstigen Vorzeigeklinik geworden? Türen und Fenster sind weitgehend mit Brettern verriegelt. Im Inneren ist es es in den unteren Geschossen folgerichtig sehr dunkel. Nur schwer lässt sich erahnen, was sich einst in den Gebäuden der Sophienheilstätte abgespielt hat. Welche persönlichen Schicksale erlebt wurden oder wie viele Menschen das Areal geheilt verlassen haben.

Von einem kann man sich allerdings persönlich überzeugen: Die frische Luft des Thüringer Walden ist zweifelsfrei hervorragend!

Aktuell wird für den Gebäudekomplex ein Investor gesucht. Ein schwieriges Unterfangen bei dem verfallenen Gesamtzustand.

Quality Made in GDR

Auch wenn man der DDR nicht unbedingt nachtrauert, so haben sich doch einige Relikte in die heutige Zeit gerettet. Bei der Erkundung des ‚Lost Place‘ NVA Erholungsheim H. haben sich zahlreiche Produkte gefunden, die in der damaligen Zeit hervorragend ihren Zweck erfüllt haben.