Danilo Nicodemus

Let Pictures Speak Photography

Bernauer Straße

Todesstreifen – Schießbefehl – Mauerfall

Am 13. August 1961, nachts um 1.00 Uhr, ging am Brandenburger Tor das Licht aus und Angehörige von Polizei und Kampfgruppen zogen an der Sektorengrenze auf. Zehn  Minuten später meldete der DDR-Rundfunk, dass an der West-B erliner Grenze eine „Ordnung“ eingeführt würde, die eine „verlässliche Bewachung und Kontrolle“ gewährleisten.

Innerhalb weniger Stunden sperrte die DDR-Führung die Grenze nach West-Berlin durch Stacheldrahtsperren ab. In den folgenden Tagen und Wochen ließ sie eine  undurchlässige Grenzanlage, die Berliner Mauer, bauen. Sie trennte die Millionenstadt in zwei Teile. Die Bilder von der Ungeheuerlichkeit dieser Grenzschließung gingen um die ganze Welt. Die Verzweiflung der betroffenen Menschen und die Ansicht vom Brandenburger Tor mit der menschlichen Mauer aus schwer bewaffneten Grenzposten haben sich tief in das kollektive Gedächtnis eingeprägt.

Veröffentlicht in: Kaminsky, Anna (Hg.): Die Berliner Mauer in der Welt, herausgegeben im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin, 2009, S. 8-23.

Bis zu diesem Zeitpunkt hat die DDR ca. ein Sechstel seiner Bevölkerung durch Abwanderung in die BRD verloren.

In Folge der Schließung der Grenze wurden zwischen 1961 und 1989 über 137 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. 99 Flüchtlinge wurden beim Fluchtversuch erschossen, verunglückten oder nahmen sich das Leben. Acht DDR-Grenzsoldaten wurden im Dienst getötet. Durch Fahnenflüchtige, Kameraden, Fluchthelfer, Flüchtlinge oder West-Berliner Polizisten. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen.

Beelitz – Das Badehaus

Der zweite Teil der verlassenen Heilstätten in Beelitz widmet sich dem Badehaus.

Das Badehaus war eines der wichtigsten Erholungsgebäude in den Heilstätten zu Beelitz. Es diente als Erholungs- & Therapiestätte für die Patienten. Viele litten an der weitverbreiteten Volkskrankheit Tuberculose. Am hinteren Ende des Gebäudes („Rundhaus“) befindet sich in der Mitte der Halle ein Tauchbecken in dem sich Patienten entspannen konnten.

Noch heute spürt man anhand der riesigen Gebäude im Landhausstil den Glanz der vergangenen Tage. Die imposante und luxuriöse Architektur ist ebenso überwältigend wie die gigantischen Treppenportale mit Säulen, reich verzierten Geländern und hohen Flügeltüren. Einladend sind die großzügigen Hallen und spannenden Farben.

Zu größerer Berühmtheit erlangten die Treppenaufgänge. So wurde hier Filme wie Operation Walküre gedreht.

Beelitz – Das Verwaltungsgebäude

Das Album stellt den ersten von vorerst drei Teilen zur Beelitz Männerklinik dar. Das Verwaltungsgebäude ist zugegebenermaßen das unspektakulärste der drein Gebäude der Männerklinik. In zwei weiteren Serien folgen noch das Badehaus und das Männersanatorium. Nichtsdestotrotz bietet das Verwaltungsgebäude viele Räume mit sehr schön vorangeschrittenem natürlichem Verfall.

Insgesamt haben 5 Stunden nonstop Fotografie in den drei Gebäuden nicht ausgereicht, um sagen zu können, man hat alles, was möglich wäre.

Zu Beelitz selber muss ich nicht viel schreiben, da es alle notwendigen Infos im Netz gibt. Wahrscheinlich ist dort auch schon alles fotografiert, was es gibt. Nur noch nicht von jedem 😉

FDJ Hochschule am Bogensee

Etwa 15km nördlich der der Stadtgrenze Berlins hat die größte Jugendorganisation der DDR in den 1950ern ihre Hochschule errichtet. Unweit vom Landsitz Joseph Goebbels entstanden monumentale Sääle, geprägt von stalinistischer Architektur der Nachkriegszeit.

Nahezu überwältigt ist man von den riesigen Eingangshallen und Stufen in die oberen Etagen. Scheinbar unendlich lange Gänge führen in die Seitenflügel der Gebäude. Dabei mischen sich pastellfarbene Wände mit fliederfarbener Wadgestaltung und messingfarbenen Wandläuchten. Alles im Retro-look der 60er Jahre.

Der Plenarsaal mit seinem großen Kronleuchter ist ebenso imposant wie die Sitzungssääle, die große Terrasse mit Blick auf das Gebäudeensemble und die angrenzenden Parks.

All das lässt den Glanz der vergangenen Zeiten erahnen. Auch wenn man sich nicht in die Zeit zurückversetzt wünscht spielt auch hier die Neugier mit, wie die FDJ Hochschule zu erleben war, als sie ihrer ursprünglischen Funktion diente.

Das zentrale Pionierlager

Zentrale Pionierlager waren Ferienlager der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Auf dem gesamten Gebiet der DDR gab es insgesamt 45 dieser Pionierlager.

Die Teilnahme an Ferienlagern war Thälmannpionieren und FDJlern gestattet. Die Inhalte der Ferienlager wurden von Zentralrat der FDJ festgelegt. Alles im Sinne der sozialistischen Erziehung.

Nach der Schließung, auch des Nachfolgeferienlagers, vegetiert das Areal nun vor sich hin. Bisher weitgehend verschont von menschlicher Zerstörung ist der Natur preisgegeben, zurück erobert zu werden.

Das Areal ist an sich nichts besonderes, auch noch nicht übermäßig verfallen. Allerding wecken die Bilder vielleicht ein paar Kindheitserinnerungen bei ehemaligen Jungpionieren die z. B. im Rahmen einer Klassenfahrt ein solches Ferienlager selber mal besucht haben.