Bernauer Straße
Todesstreifen – Schießbefehl – Mauerfall
Am 13. August 1961, nachts um 1.00 Uhr, ging am Brandenburger Tor das Licht aus und Angehörige von Polizei und Kampfgruppen zogen an der Sektorengrenze auf. Zehn Minuten später meldete der DDR-Rundfunk, dass an der West-B erliner Grenze eine „Ordnung“ eingeführt würde, die eine „verlässliche Bewachung und Kontrolle“ gewährleisten.
Innerhalb weniger Stunden sperrte die DDR-Führung die Grenze nach West-Berlin durch Stacheldrahtsperren ab. In den folgenden Tagen und Wochen ließ sie eine undurchlässige Grenzanlage, die Berliner Mauer, bauen. Sie trennte die Millionenstadt in zwei Teile. Die Bilder von der Ungeheuerlichkeit dieser Grenzschließung gingen um die ganze Welt. Die Verzweiflung der betroffenen Menschen und die Ansicht vom Brandenburger Tor mit der menschlichen Mauer aus schwer bewaffneten Grenzposten haben sich tief in das kollektive Gedächtnis eingeprägt.
Veröffentlicht in: Kaminsky, Anna (Hg.): Die Berliner Mauer in der Welt, herausgegeben im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin, 2009, S. 8-23.
Bis zu diesem Zeitpunkt hat die DDR ca. ein Sechstel seiner Bevölkerung durch Abwanderung in die BRD verloren.
In Folge der Schließung der Grenze wurden zwischen 1961 und 1989 über 137 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. 99 Flüchtlinge wurden beim Fluchtversuch erschossen, verunglückten oder nahmen sich das Leben. Acht DDR-Grenzsoldaten wurden im Dienst getötet. Durch Fahnenflüchtige, Kameraden, Fluchthelfer, Flüchtlinge oder West-Berliner Polizisten. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen.