Danilo Nicodemus

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Grand Hotel Casino Royal *****

Vollendet vom Null-Sterne Alltag

18.03 Uhr – Eine schwarze Limousine fährt vor, stoppt vor dem prunkvollen Eingangsbereich. Im Smoking und Abendkleid steigen die Insassen aus. Elegant und anmutig. Dem Ambiente des Grand Casino Hotel Royal angemessen. Der Portier hält dem Paar den Regenschirm und begleitet sie zum Empfang. Übertrieben freundlich gestaltet sich der Empfang durch den Chef der Rezeption. Er ist seit 6,5 Stunden im Dienst, Krawatte adrett gerichtet, Laune glänzend, Gesicht rosig, als wäre er soeben dem hoteleigenen Wellnessbereich entsprungen.

Die Gäste bekommen ihren Zimmerschlüssel. Empfohlen wird das Hotelrestaurant, täglich ab 18 Uhr geöffnet. In der Zwischenzeit hat der Portier bereits das Gepäck auf die makellos hergerichtete Suite gebracht. Am großen Natursteinspringbrunnen in der Empfangshalle geht es entlang zum Lift in die oberen Etagen. Alles erscheint mühelos, leicht und professionell. Warteschlagen, Lärm, Fehler haben hier nichts zu suchen.

Im Leitbild für die Mitarbeiter steht in großen Lettern:

Der Kunde ist die wichtigste Person im Haus. Der Kunde hängt nicht von uns ab, sondern wir hängen vom Kunden ab. Der Kunde stört nie, er unterbricht unsere Arbeit nicht, er ist vielmehr das Ziel unserer Arbeit.

Ca. 30 Minuten später begibt man sich ins hauseigene Casino. Hohe Decken in roter Samt-Optik, Spieltische, Roulette, Black Jack, Jetons. Die Gäste tauschen ein paar Hundert Deutsche Mark in Plasikchips. Alles oder Nichts heißt das Motto am heutigen Abend.

In der Zwischenzeit macht sich der groß gewachsene Hoteldirektor in Chefarztmanier auf Hotelrundgang. Mehrmals täglich prüft der Direktor penibel die Abläufe im Hause, achtet auf Kleinigkeiten. In den frisch hergerichteten Zimmern schaut er unters Bett, wischt mit dem Finger über den Türrahmen. Im Bad nimmt er auf dem Toilettensitz Platz. Er lugt unter das Waschbecken, zieht einen Abflussstöpsel heraus, schaut auf die Abflussrohre – alles sauber.

Das Hotel brummt wie eine Kleinstadt. Alle Zimmer ausgebucht. Ebenso belebt ist das Casino. Man bekommt kaum einen Platz am Roulettetisch. Ohne Reservierung geht im Restaurant nichts.

Das elegant gekleidete Paar aus der Limousine macht die ersten Einsätze. Nippt am Champagner, 12 DM das Glas. Rien ne va plus.

Das sind die Gedanken, die sich vor meinem Auge abgespielt haben, als ich in der düsteren, verwüsteten, muffigen und stark herunter gekommenen Empfangshalle stehe und ins ehemalige Casino schaue. Das Panzerglas der Wechselhäuschen ist zerborsten, die halbe Spielhalle ist eingestürzt, wird nur noch von einem Balken vor dem totalen Einsturz bewahrt.

Der Panzerschrank des Casinos steht offen, der Raum ebenfalls stark vom Einsturz bedroht. Die Hotelzimmer sind auch nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Böden sind aufgeweicht, morsch und die Wände schimmelig. Die langen, breiten Gänge lassen noch die ehemalige Anmut des Hotels vermuten.

Arbeiten wird hier niemand mehr. Auch eine Renovierung erscheint aufgrund des desolaten Gesamtzustandes unmöglich. Nachdenklich verlassen wir das Gebäude.

Der Null-Sterne-Alltag hat Einzug erhalten.

Im Mai 2014 ist das ehemalige Hotel Harzberger Hof opfer eines Brandes geworden. Über 350 Rettungskräfte versuchten das Feuer zu bändigen. Wie es nun mit dem Bad Harzburger Hotel weitergeht ist offen. Ein Komplettabriss würde die Geschichte des Hotelkomplexes unrühmlich beenden.

Sophienheilstätte

Die Sophienheilstätte bot lange Zeit Hoffnung für Schwerkranke. Heute ist sie selbst ein scheinbar hoffnungsloser Fall.

Die Sophienheilstätten wurde 1898 als Klinik für Schwindsüchtige und Tuberkulosekranke errichtet. In Hängematten und Holzhütten, einst Waldschlafstätten genannt, lagen Lungenkrake an der frischen Luft des Thüringer Waldes. Aus Mangel an medikamentösen Behandlungsformen griff man auf die scheinbar einfache Frischluftliegekur zurück.

Im Jahr 1930 erfuhr die Sophienheilstätte eine Modernisierung druch Chefarzt Adolf Tegtmeier. 1945 war die Umwandlung in ein sowjetisches Seuchenlazarett vorgesehen, was Tegtmeier erfolgreich abwenden konnte. Seit 1994 ist das architektonisch wertvolle und einst hochwertig ausgestattete Gebäude dem Verfall preisgegeben. Aufwendig gestaltete Balkons und Verglasung bin Bleiglasfenstern verzierten einst die Heilstätte.

Doch was ist aus der einstigen Vorzeigeklinik geworden? Türen und Fenster sind weitgehend mit Brettern verriegelt. Im Inneren ist es es in den unteren Geschossen folgerichtig sehr dunkel. Nur schwer lässt sich erahnen, was sich einst in den Gebäuden der Sophienheilstätte abgespielt hat. Welche persönlichen Schicksale erlebt wurden oder wie viele Menschen das Areal geheilt verlassen haben.

Von einem kann man sich allerdings persönlich überzeugen: Die frische Luft des Thüringer Walden ist zweifelsfrei hervorragend!

Aktuell wird für den Gebäudekomplex ein Investor gesucht. Ein schwieriges Unterfangen bei dem verfallenen Gesamtzustand.

Quality Made in GDR

Auch wenn man der DDR nicht unbedingt nachtrauert, so haben sich doch einige Relikte in die heutige Zeit gerettet. Bei der Erkundung des ‚Lost Place‘ NVA Erholungsheim H. haben sich zahlreiche Produkte gefunden, die in der damaligen Zeit hervorragend ihren Zweck erfüllt haben.

Zurich@night

Zürich wird als eine der Städte mit der weltweit höchsten Lebensqualität angesehen. Doch das hat auch seinen Preis, sow ird Zürich gleichzeitig als Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten gelistet. Seit 2012 gilt Zürich als teuerste Stadt der Welt. Neben dem pulsierenden Nachtleben, der teuersten Einkaufsstraße der Welt und dem betriebsamen Geschäftsleben hat Zürich auch eine romantische Seite. Dort wo die Limmat den Zürichsee verlässt kann man sich vergewissern, dass Zürich auch Nachts nicht schläft. Läuft man den Fluss entlang kommt man direkt in Zürichs Zentrum mit dem größten Bahnhof in der Schweiz und der sich anschließenden Bahnhofstraße.

NVA Erholungsheim

Das Erholungsheim der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR war das Urlaubshotel der oberen zehntausend der NVA. Das aufgrund seiner markanten Form als  Sprungschanzenhaus bezeichnete Freizeitdomizil befindet sich auf dem Großen Riesenhaupt (764 m) in Frauenwald.

Seit der Eröffnung im Jahr 1976 bot das Hotel der Führungsriege der Armee der DDR (Offiziere, Fähnriche, Unteroffiziere) mit über 400 Zimmern ein Urlaubsparadies in schönster Lage. Neben der großen Anzahl an Zimmern bot das Hotel einen weitläufigen Rezeptionsbereich, eine Schwimmhalle, ein Film- und Tanzsaal, Medizinische Bereiche sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen. Die weitläufige Landschaft lud zu Wanderungen und im Winter zu Skifahrten ein.

Neben der Nationalen Volksarmee wurde das Hotel auch vom Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) genutzt.

Übernachtung mit Vollpension: 65.- DDR Mark.